EWiR 2016, 313

RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln RWS Verlag Kommunikationsforum GmbH, Köln 0177-9303 EWiR - Entscheidungen zum Wirtschaftsrecht, Kurzkommentare EWiR 2016 WirtschaftsrechtInsolvenz- und Sanierungsrecht BGB §§ 138, 139, 488, 826; InsO §§ 15a, 179, 180Zur Sittenwidrigkeit eines Sanierungskredits der Bank BGB§ 138 BGB§ 139 BGB§ 488 BGB§ 826 InsO§ 15a InsO§ 179 InsO§ 180 KG, Urt. v. 04.11.2015 – 24 U 112/14 (nicht rechtskräftig, Az. des BGH XI ZR 571/15; LG Berlin), ZInsO 2016, 37KGUrt.4.11.201524 U 112/14nicht rechtskräftigZInsO 2016, 37LG BerlinBGHXI ZR 571/15

Leitsätze des Verfassers:

1. Der Vorwurf sittenwidrigen Handelns zum Schaden der Gläubiger kann begründet sein, wenn die Bank dem insolvenzreifen Unternehmen aus eigensüchtigen Beweggründen nicht mehr Kredit in der Höhe geben oder belassen will, den es zur Sanierung braucht, sondern nur einen solchen, der den wirtschaftlichen Todeskampf des Unternehmens lediglich verlängert.
2. Gewährt die Bank im Rahmen eines ernsthaften Sanierungsversuchs Kredit in der Höhe, den es zur Sanierung braucht (sog. Sanierungskredit), ist der Vorwurf sittenwidrigen Verhaltens ausgeschlossen.
3. Eine Überbrückungsfinanzierung sichert einem Unternehmen die Liquidität, die während des Zeitraums benötigt wird, in dem seine Sanierungsfähigkeit geprüft wird; diese unterliegt deshalb nicht den strengen Anforderungen eines Sanierungskredits. Die zeitliche Grenze für einen solchen Überbrückungskredit wird durch die in § 15a Abs. 1 Satz 1 InsO enthaltene Frist gesetzt und beträgt längstens drei Wochen.
4. Die Nichtigkeitssanktion wird nicht durchweg von den spezielleren Tatbeständen des Anfechtungsrechts verdrängt. Neben den Sondervorschriften der Insolvenz- bzw. Gläubigeranfechtung kommt vielmehr auch die allgemeine Vorschrift des § 138 Abs. 1 BGB zur Anwendung, wenn das Rechtsgeschäft besondere, über die Gläubigerbenachteiligung hinausgehende Umstände aufweist.
Béla Knof, Rechtsanwalt – White & Case Insolvenz GbR, Hamburg

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